Warum viel üben hilft
Liebe Leser und Freunde des Schwimmsports, ihr habt schon länger nichts mehr von mir lesen dürfen. Das liegt einfach daran, dass ich sehr viel zu tun habe und mit euch trainiere. Das ehrt und freut mich sehr und ich hoffe, dass auch dieses Jahr wieder mit viel Spaß am Schwimmsport ausgelastet ist. Ich habe auf youtube ein sehr tolles Video von einem Kollegen aus Mittelamerika gesehen, der einen ganz bekannten Youtube-Kanal führt. Er hat eine Schwimmerin bei ihren Schwimmfortschritten begleitet. Es ist dann doch erstaunlich wie viel Training es braucht, bis man ein gutes Level erreicht - aber seht selbst.
Euer Personal Swim Coach Julian
10.000m in nur einer Einheit - geschafft
Liebe Leser und Freunde des Schwimmsports, was war das für ein Event - die 100x100m organisiert von SWIM am vergangenen Wochenende in Esslingen. Trotz der fehlenden wettkampflichen Herausforderungen hat mich dieses Trainings-Event an meine Grenzen gebracht. Um was geht es: Es handelt sich um ein Schwimmtraining, bei dem 10.000m geschwommen werden: 100x100m. Start ist für die "Guten" alle 2min, für die etwas langsameren alle 2:15min. Also egal wie schnell man schwimmt, man muss alle 2min losschwimmen (ich habe mir die 2min-Abgang gegönnt). Immerhin gibt es drei Pausen zum Essen/Trinken/ usw. von je 5min. Start war um 17:55 Uhr, so dass inklusive der Pausen der Zieleinlauf um 21.30 Uhr gesichert war. Und ich sag euch, die 3,5h waren vielleicht lang!!! Die Herausforderung bestand für mich darin das durchzuhalten. Denn trotz meiner beruflichen Tätigkeit am und im Wasser kam ich dieses Jahr nicht wirklich dazu viel zu schwimmen. Corona hat mich mehrfach zurückgeworfen. Außerdem bin ich nach 8-12h am bzw. im Becken oftmals froh, dann einfach frische Luft zu atmen. Und so kam es, dass ich mit etwa 40 Trainingskilometer am Samstag Abend nach Esslingen zu diesem Event gefahren bin. Ich war in zwei Trainingseinheiten bereits jeweils 30x 100m geschwommen, und hatte das Gefühl, dass 60x 100m auch noch gehen würden. Was danach kommen würde, war dann eine Unbekannte. Außerdem hatte ich etwas Respekt vor der 50m-Bahn, denn ich hatte nur einmal wirklich auf der 50m-Bahn in dieser Saison trainiert. Und bekanntlich ist man auf der langen Bahn langsamer als auf der kurzen 25m-Bahn. Aber egal, selbst wenn ich langsamer sein sollte - so der Plan - ich habe genug Zeit bis zum nächsten Start! Angekommen musste ich feststellen, dass ein aktiver Berliner Schwimmverein mit am Start war. Die haben sich auf zwei Bahnen verteilt - ich war mit zwei Ü40ern auf der "Oldies-Bahn". Dann ging es los: Die Berliner neben mir auf der Bahn konnten mich gut mitziehen, und meine angepeilte Schwimmzeit von durchschnittlich <1:30min war dann auch überhaupt kein Problem bis zu der zweiten Pause nach 45x 100ern. In dieser Pause dachte ich daran, dass ich noch nicht einmal die Hälfte habe, war aber noch super fit. Dann ging es weiter, auf den für mich vorher gedanklich schwierigsten Teil bis zur nächsten Pause nach 72x 100ern. Und was soll ich sagen - ich war vielleicht nur noch 1:28min schnell (im Vergleich zu 1:25min vorher), aber es lief ganz gut. Doch mit der letzten Pause sollte sich das ändern. Der 73. 100er war schon gefühlt doppelt so hart wie der letzte vor der Pause, doch es wurde immer härter. Wenn ich vorher circa 10s Vorsprung auf meine Mitstreiter hinter mir hatte, so schrumpfte dieser Vorsprung nun merklich, die anderen waren fitter. Das fehlende Training machte sich langsam bemerkbar und mit dem 86. 100er war der Stecker dann gezogen. Meine Schwimmzeit purzelte auf 1:31min und die Kräfte schwindeten, während meine linke Schulter anfing zu schmerzen. Die Konsequenz war, dass ich nur noch nach links atmen konnte. Naja, Kämpfen war angesagt. Ich hatte mir erhofft, dass die letzten paar 100er nach 3h nochmal etwas einfach gehen würden mit der Gewissheit, dass das Ziel nahe ist. Dem war leider nicht so, die letzten 1.000m waren elends lang und hart. Letzten Endes habe ich es natürlich geschafft und bin total happy über mein Geleistetes. Als ehemaliger Sprinter sind lange Strecken für mich kein Zuckerschlecken und doch habe ich diese Tortur auch ohne viel Training überstanden. Ja, was einmal gelernt wurde, geht so schnell nicht wieder weg :) In diesem Sinne - auf zu neuen Ufern.
Euer Personal Swim Coach Julian
Trockentraining als Ergänzung zum Schwimmtraining
Liebe Leser und Freunde des Schwimmsports,
die Stimmung dieser Tage ist so lala. Ende vergangenen Jahres war ich mir sicher, dass ein Training ab dem April 2021 wieder möglich sein würde. Doch leider kam alles anders... Ich selbst würde einfach gerne wieder ein paar Bahnen ziehen und mich fit fühlen. Denn auch wenn es alternatives Training an Land gibt, fühle ich mich im Wasser am wohlsten. Und wenn dann auch noch der härteste Winter seit Jahren zuschlägt und es draußen ständig kalt ist, macht Sport an der frischen Luft für mich als jemand, der "immer gleiche Bedingungen" gewohnt ist, mittelmäßig Spaß. Dennoch habe ich die Zeit seit November genutzt und mich nicht nur in vielerlei Hinsicht weitergebildet: Seit Oktober 2020 bin ich zertifizierter Sportmasseur und erfülle alle Wünsche, die mit einer Sportmassage kombinierbar sind. Vor knapp vier Wochen habe ich eine weitere Zusatzausbildung zum Aqua-Pädagogen gemacht. Durch diese Ausbildung habe ich weitere Erfahrungen sammeln können, wie man Ungeübten bzw. Anfängern jeglichen Alters das Schwimmen näher bringen kann. Mein Verständnis für die „Probleme des Lernenden“ konnte ich damit stark erweitern. Ab sofort verfügbar ist ein Onlinecoaching im 1 zu 1. Mit diesem schwimmunterstützenden Trockentraining via Videochat mache ich dich wieder fit für die Zeit nach dem Lockdown und vor dem ersten Wassergang! Der Fokus liegt auf der Rumpfstabilität mit vielen dynamischen Übungen - alles ausschließlich mit dem eigenen Körpergewicht oder vorhandenen Hilfsmitteln (Zugseiltraining ist natürlich ebenso möglich!) Das Training baut Woche für Woche aufeinander auf und dauert 60min. Deine Vorteile: - keine Anfahrt - alles aus einer Hand - vergünstigtes Training zum Vorzugspreis von 60,-€ inkl. MwSt. Mir ist bewusst, dass dieses Trockentraining das Schwimmtraining nicht im Geringsten ersetzen kann, aber es kann den Wiedereinstieg deutlich vereinfachen und sollte daher als sinnvolle Ergänzung zum Training im Wasser gesehen werden. Melde dich gerne bei Interesse, sportliche Grüße Julian
Im Interview auf bunte.de
Liebe Leser und Freunde des Schwimmsports,
wenn man gezwungenermaßen nicht ins Wasser kann, muss man sich eben anderweitig beschäftigen. Ein Interview auf bunte.de scheint da doch ein guter Zeitvertreib zu sein. Viel Spaß beim Lesen und sich bilden. sportliche Grüße Julian
Max, Triathlet aus Leidenschaft
Trotz einiger Jahre Ausdauersporterfahrung erfolgte vor drei Jahren mein Wiedereinstieg in den Triathlonsport nach längerer Verletzungspause. Jedoch war mir, auch aufgrund meiner Erfahrungen im Triathlon in den Nachwuchsklassen, klar, dass für mich die Rennen erst nach dem Wasser so richtig los gingen. Als schlechter Schwimmer war ich gewohnt als einer der Letzten aus dem Wasser zu kommen. Im Schwimmvereinstraining schwamm ich auch mit den langsamen Schwimmern und fand mich zunächst damit ab, dass Schwimmen nicht meins ist. Im darauffolgenden Winter schwamm mir jedoch ein Vereinskamerad, der bisher auf einem ähnlich langsamen Niveau im Wasser unterwegs war, um die Ohren. Er nannte mir Julian als Ansprechpartner, bei dem er ein individuelles Trainingspaket gebucht hatte. Ich machte ein erstes Treffen mit Julian aus und während des Probetrainings folgte die große Ernüchterung: Mein selbst empfundener ganz guter Schwimmstil wurde von Julian regelrecht in alle Einzelteile zerlegt. Alle Verbesserungspunkte (und ich sag euch, die Liste war lang) machten vollkommen Sinn und leuchteten mir absolut ein. Zum Abschluss und weiteren Vorgehen, meinte Julian, dass wir das in 8 Stunden hinbekommen würden. Zu diesem Zeitpunkt hielt ich das für eine „Mission impossible“ für Julian. Ich verließ mich aber auf seine Einschätzung und buchte direkt das 10-Einheiten-Plus-Trainingspaket. Bereits während der ersten Stunde merkte ich, dass absolut jede Übung, die mich Julian machen ließ, vollkommen Sinn ergab und dazu diente mich zu einem kompletteren Athleten zu machen. Mit jedem Trainingsplan den ich schwamm und mit jeder Einheit konnte ich beobachten, wie ich im Wasser schneller und vor allem effizienter wurde. Schon nach den ersten fünf Einheiten konnte ich mit vormals deutlich schnelleren Schwimmern im Vereinstraining mithalten. Die Saison 2020 konnte kommen… Doch spätestens Ende März 2020 war klar: Die Saison kommt nicht. Das Training mit Julian fand Mitte März ein abruptes Ende. Doch nach den ersten Einheiten hatte ich eine so stabile Technik, dass ich das Schwimmen im Freiwasser den Sommer über gut nutzen konnte. Im Spätsommer und frühen Herbst folgten dann die abschließenden drei Einheiten und spätestens zu diesem Zeitpunkt glaubte auch ich daran, dass Julian mit seiner Einschätzung recht behalten sollte. Feinheiten und Verbesserungspotenzial gibt es immer, aber meine Technik ist mittlerweile stabil und fühlt sich im Wasser nicht nur gut an, sondern ist mittlerweile auch passabel schnell. Auch wenn es im Sommer nur zwei Rennen über die Sprint Distanz waren, konnte ich das Wasser bei beiden Rennen im ersten Drittel verlassen. Und das sogar, obwohl beide Rennen mit Einzelstarts und aufgrund der Wassertemperaturen mit Neoverbot stattfanden. Wasserschatten und Neoprenanzug helfen einem schwachen Schwimmer ja tendenziell mehr als einem Starken. Ich kann wirklich nur jedem Triathleten das Training bei Julian empfehlen. Die Einheiten sind gut strukturiert, die Trainingspläne bauen auf der vorangegangenen Einheit auf und festigen das Erlernte. Zudem und das ist für mich fast der wichtigste Aspekt: Julian ist einfach ein mega netter Typ, der weiß wie er den Sportler motivieren kann und bei dem, trotz allem Fokus auf die Weiterentwicklung des Athleten, der Spaß nicht zu kurz kommt. In diesem Sinne, die neue Saison kann kommen…
Ein Erfahrungsbericht - Gastbeitrag von Isa Horn
Liebe Leser und Freunde des Schwimmsports, ich freue mich sehr euch heute eine neue Kategorie vorstellen zu dürfen: Gastbeiträge, oder besser: Kundenbeiträge. Meine liebe Kundin Isa hat es sich nicht nehmen lassen für mich und für euch einen Beitrag zu schreiben, den sie mit euch teilen möchte. Gerne möchte sie, dass ihr die selben lebensverändernden Erfahrungen machen könnt und euch traut, euch zu melden, aber lest selbst... Julian bleibt an Land Alle sieben Jahre, so heißt es, gäbe es eine große Veränderung im Leben eines Menschen. 2010 kam ich aus Kiel nach München. Für 2017 hatte ich mir etwas sehr viel Schwierigeres als einen großen Umzug vorgenommen. Und ich scheiterte…zunächst. Ich brauchte Hilfe. Am 24. April überwand ich endlich meine Scham und schrieb folgende Nachricht an Julian: „Lieber Julian, gerade habe ich deine Webseite entdeckt. Wirklich ansprechend. Mein Name ist Isa Horn. Ich bin Krankenschwester (im Schichtdienst), 48 Jahre alt und ich wiege viel zu viel. Gerne möchte ich jetzt endlich meinen überflüssigen Pfunden mit Schwimmen zu Leibe rücken. Mein Schwimmstil ist grauenvoll. Angst vor Wasser habe ich jedoch nicht. Hast du noch Termine frei (erst mal für eine Schnupperstunde, falls wir uns nicht leiden können)?“ Julian antwortete schon am nächsten Tag. Unsere Schnupperstunde fand am 09. Mai 2017 statt. Ob ich nervös war? Ich, die trotz erheblichen Übergewichts stets selbstbewusst auftretende, redefreudige, lebhafte Isa? Und ob ich nervös war. Würde Julian Tiffert wirklich so freundlich und sozial kompetent sein, wie seine Homepage, seine Text-Nachrichten und ein Telefonat mit ihm mich hoffen ließen? Oder würde dieser super sportliche junge Mann mich nur kurz ansehen und dann mitleidig mit dem Kopf schütteln? Sehr schnell wurde klar, dass Julian genau der Mensch war, auf den ich gehofft hatte. Mein Unbehagen verschwand rasch. Wir begannen mit regelmäßigem gemeinsamem Training. Zusätzlich trainierte ich alleine mehrmals pro Woche mit Hilfe von Julians Trainingsplänen. Ich entwickelte, zum ersten Mal in meinem Leben, richtigen Spaß an einer Sportart! Das motivierte mich zusätzlich, mein Essverhalten zu verändern. Und endlich, endlich begann ich, Gewicht zu verlieren. Wie viel mehr Freude mir das Schwimmen jetzt macht mit der richtigen Technik! Früher hatte ich nach mühsamen hundert Metern „Brustschwimmen“ (zumindest hielt ich es für Brustschwimmen…) die Nase voll von körperlicher Betätigung. Heute kann ich 1500 Meter (und mehr) schwimmen und danach noch zügig eine Stunde mit 5 % Steigung auf dem Laufband walken! Ja, ja…für viele Menschen ist das gar nichts Besonderes! Für mich ist das wie ein Wunder! Nicht nur die extreme Verbesserung meiner Fitness macht Spaß. Die Trainingstermine mit dem Herrn Tiffert sind in der Regel mit viel Gelächter verbunden. Man kann sich sehr an ihn gewöhnen. Viele seiner Eigenarten sind mir schon ganz vertraut. Seine Angewohnheit (nach einer seiner ausführlichen Erläuterungen oder Analysen), immer in dem Moment, wenn ich mich bereits vom Beckenrand abstoßen und losschwimmen will, noch schnell irgendeine Anweisung oder einen Scherz anzufügen, hat mich schon oft zum Lachen gebracht. Ich bremse dann irgendwie automatisch und muss von vorne anfangen. Die Art, wie Julian am Beckenrand neben einem herläuft ist auch so typisch. Vorgebeugter Oberkörper, Armhaltung wie ein Tyrannosaurus, konzentrierter Blick auf jede Bewegung seiner Schülerin bzw. seines Schülers. Manchmal, sehr wahrscheinlich, um in mir die beruhigende Illusion zu erzeugen, dass er gar nicht so genau guckt, steht er lässig an einen Pfeiler neben dem Pool gelehnt, die Arme vor dem Körper verschränkt. Irgendwie muss ich dann immer an Lucky Luke denken. Aber der Julian raucht ja nicht. Und einen Grashalm hat er auch nie im Mund, zumindest nicht bei der Arbeit. Am aller vertrautesten müssen jedem Kunden Julians Knie sein. Stunde um Stunde redet er mit uns. Wir Schwimmer im Pool stehend oder plantschend, den Blick aufmerksam nach oben gerichtet. Der Herr Trainer am Beckenrand hockend, die Ellenbogen auf den Knien, die Hände ineinander verschränkt, die Daumen umeinander drehend, den Kopf nachdenklich hin und her wiegend. Du guckst immer auf seine Knie. Ich könnte ihn vermutlich daran identifizieren. „Hoffentlich kriegt er keine Gonarthrose von all dem Rumgehocke“ denke ich oft besorgt. Die Krankenschwester in mir ist auch beim Training immer dabei. So ist also das Schwimmen mit Julian. Julian bleibt an Land. Wäre er nicht - in unserer dritten Stunde - dieses eine denkwürdige Mal (auf meine dringende Bitte hin) in den Pool gestiegen und eine unglaubliche Bahn gekrault…..ich würde heute noch denken, dass Julian selber vielleicht gar nicht schwimmen kann….
Starnberger Seeschwimm erfolgreich gemeistert
Liebe Leser und Freunde des Schwimmsports,
Knapp 3 Wochen ist es her, dass ich am Starnberger Seeschwimmen teilgenommen und die 4km in knapp 56min beendet habe. Als Drittplatzierter bei den Männern und als erster meiner Altersklasse (AK30) war ich ganz zufrieden mit meiner Leistung. Die Zeit war knapp anderthalb Minuten zu langsam, aber aufgrund des wenigen Trainings völlig ok. Hier ein paar Eindrücke:
Wir helfen Unternehmen seit über 10 Jahren zu wachsen.
Mittlerweile sind es knapp 26 Jahre, die ich im Wasser zu Gange bin, und seit 2007 auch am Beckenrand tätig. Ich habe dabei viel erlebt und vor allem Einiges gesehen – vor allem allerhand interessante Technikfehler. Angefangen vom Kraulbeinschlag, wo der Fuß trotz Flossen komplett dorsal flexiert (Zehen nach oben gezogen) war, bis hin zu Brustbeinschlag-Asymmetrien („Schere“), wo das eine Bein Richtung Decke und das andere Richtung Erdmitte zeigte. Wenn man sich mit den Betroffenen unterhält, ist es meist so, dass diese nicht einmal merken, dass irgendetwas nicht stimmt. Die Frage „Warum schwimme ich überhaupt so langsam – oder besser: Warum sind die anderen alle schneller als ich“ höre ich nur zu häufig. Und die Antwort ist dann meist ganz einfach: „Wegen deiner (falschen/fehlerhaften/lückenhaften/…) Technik“. Dabei gibt es Technikfehler, die nicht nur massig Vortrieb kosten, sondern im Gegenteil sogar so stark bremsen, dass ein „Nichtbewegen“ fast sinnvoller wäre 😉 Dass Technikfehler gemacht werden ist das Natürlichste der Welt. Keiner – ok, es mag die ein oder anderen Naturtalente geben – wird als Gott in einer Sportart geboren. Die optimale Technik – die sich in den verschiedensten Sportarten stetig weiterentwickelt – lernt man erst durch kontinuierliche Wiederholung der Idealbewegung bzw. durch Technikübungen, die sich an diese ideale Bewegungsvorstellung annähern und versuchen einem diese Bewegungsformen näher zu bringen. Bereits in meinem Blog-Eintrag vom 28. April 2016 hatte ich erwähnt, dass es schwierig ist, sich die Technik selbst beizubringen. Nicht zuletzt, weil die optische Rückmeldung im Schwimmbecken nicht gegeben ist. An Land kann man sich einfach filmen, oder wie z.B. beim Kreuzheben, sich mit Hilfe eines Spiegels selbst kontrollieren. Im Wasser bleibt einem oftmals nur die Rückmeldung des Übungsleiters als Anhaltspunkt. Heute möchte ich insbesondere auf die häufigsten Technikfehler beim Kraulschwimmen eingehen, und natürlich Hilfestellungen geben, wie man diese Fehler korrigieren kann. Leider ist Schwimmen eine sehr komplexe Sportart – so bedingt oftmals ein Fehler den nächsten. Ein Technikfehler ist daher selten isoliert zu betrachten, sondern muss immer in seiner Gesamtheit bzw. im Kontext zur Gesamtbewegung gesehen werden. Ein Luftmangel kann z.B. viele Ursachen haben und rührt selten daher, dass der Schwimmer zu wenig Ausdauer hat. Ein schlechter Vortrieb aus den Armen kann vielleicht durch eine kleine Korrektur effizienter gemacht werden, doch meist schließen sich viele weitere kleine Fehler mit an, die neutralisiert werden sollten, um gesamthaft ökonomischer voran zu kommen. Im Folgenden werden die aus meiner Erfahrung heraus häufigsten Technikfehler beim Kraulschwimmen erläutert und per Demovideo gezeigt. Dazu erfahrt ihr, wie man diesen Fehler - isoliert betrachtet - am einfachsten, mit Hilfe der typischsten und geeignetsten Technikübung, eliminieren kann: 1. Greifen über die Körperlängsachse beim Eintauchen: Das Eintauchen des Arms erfolgt nicht in Verlängerung der Körperseite (also schulterbreit), sondern die Hand taucht entweder über Wasser bereits vor dem Kopf ein oder wird nach Eintauchen diagonal auf die „andere Seite“ geschoben. Häufige Effekte Schlangenbewegung Außerdem schlechtes Wasserfassen Möglichkeit zur Korrektur Sehr breit schwimmen/eintauchen Wasserballkraul üben Schwimmbrett seitlich mit einer Hand greifen und einarmig Kraul schwimmen 2. Armzug zu seitlich neben dem Körper: Der Armzug wird nicht entsprechend dem bekannten Schlüssellochmuster unterhalb des Schwimmers ausgeführt, sondern komplett neben dem Körper Häufige Effekte Kaum Rotation um Körperlängsachse, wenig Vortrieb Leichtes Schlängeln Möglichkeit zur Korrektur: Fixpunkt unter Wasser suchen, durch den gezogen werden muss Mit Fingerpaddles das Gefühl für den Widerstand erhöhen 3. Armzug mit gestreckten Armen – unter Wasser: Die Arme werden nicht gebeugt, so dass windmühlenartig durchs Wasser gezogen wird Häufige Effekte Statt Vortrieb zu erzeugen durch Abdruck nach hinten am Wasserwiderstand wird dadurch „nach vorne oben“ geschwommen. Das wichtige Wasserfassen wird dabei fast gänzlich vernachlässigt Möglichkeit zur Korrektur: Mit Paddles den Widerstand erhöhen um so zu verdeutlichen, dass der Abdruck in die falsche Richtung erfolgt Mit kleinem Ellbogenwinkel schwimmen An Schlüssellochmuster orientieren 4. Rückführen der Arme nach vorne mit gestreckten Armen Die Arme werden nicht mit dem sog. „hohen Ellbogen“ wieder nach vorne gebracht, sondern seitlich/breit mit oftmals gestrecktem Ellbogengelenk rückgeführt Häufige Effekte Keine „Entspannung der Armmuskulatur“ – schnelle Ermüdungserscheinungen Schwache Körperlängsachsendrehung Instabile Wasserlage Möglichkeit zur Korrektur: Achseltippen Reißverschlussschwimmen Arme „ausschütteln“ 5. Zu kurzer Armzug – fehlende Druckphase Der Armzug besteht unter Wasser aus einer Zug- und Druckphase. Wer den Armzug zu früh beendet, verschenkt Zug/-Druckweg. Häufige Effekte Hohe Zugfrequenz Zu kurze Gleitphase Unökonomisches Schwimmen
Möglichkeit zur Korrektur: Mit Fingerpaddles den Widerstand erhöhen Bewusst „lang machen“ Einarmiges Kraulschwimmen 6. Zu kurze Gleitphase – falsche Phasenverschiebung Ein Fehler, der schwierig isoliert zu betrachten ist. Häufig wird fälschlicherweise mit einer (sog.) Phasenverschiebung von 180° geschwommen. Tatsächlich sollte eine Verschiebung des linken zum rechten Arm von ~100° angestrebt werden (je nach Geschwindigkeit und individuell verschieden). Häufige Effekte Atmung fällt schwer Instabile Wasserlage Fehlender Abdruck am Wasserwiderstand beim Wasserfassen Möglichkeit zur Korrektur: Abschlagschwimmen Einarmiges Kraulschwimmen, Streckarm „hinten“ Bewusst Gleitpausen einbauen 7. Beinschlag: Fahrrad fahren Anstatt den Beinschlag „aus der Hüfte heraus“ zu schwimmen, wird dieser mit zu stark angezogenen Beinen durchgeführt, so dass die Bewegung der Radfahrbewegung ähnelt. Häufige Effekte Kaum Vortrieb Schlechte Wasserlage Bremswirkung des Oberschenkels Möglichkeit zur Korrektur: Im Sitzen am Beckenrand üben: Wasser zur Decke spritzen mit möglichst gestrecktem Bein Mit Flossen schwimmen Trockenübungen Beinschlag in Seitlage (Supermanstellung) 8. Kopfhaltung – zu sehr im Nacken Der Kopf sollte in Verlängerung der Wirbelsäule liegen, um die Angriffsfläche für den Frontalwiderstand möglichst gering zu halten. Häufige Effekte Kopf oben, Beine unten Schwache Körperlängsachsenrotation Schlechtes Luftholen Möglichkeit zur Korrektur: Mit Schnorchel schwimmen Auf den Boden schauen bzw. beim Atmen nach „hinten oben“ 9. Zu Spätes (Ein-)Atmen Der Zeitpunkt des Atmens ist verzögert Häufige Effekte Fehlerhafte Phasenverschiebung bzw. damit einhergehende „Pause“ am Ende der Druckphase Möglichkeit zur Korrektur: Einarmig schwimmen mit Flossen Bewusste Pausen nach Druckphase Supermanschwimmen Es gibt noch zahlreiche weitere Technikfehler, die in ihrer Gänze den Rahmen dieses Blogeintrags sprengen würden. Die o.g. Korrekturübungen decken den gesamten Korrekturbereich keinesfalls ab und könnten mit vielen weiteren Übungen ergänzt werden. Wer den ein oder anderen Fehler bei sich entdeckt hat oder sich sicher ist, dass er einen der o.g. Fehler unfreiwilliger Weise ausführt, sollte schnellsten versuchen diesen abzustellen um ihn nicht noch weiter zu automatisieren. Dabei ist darauf zu achten, dass Technikübungen möglichst isoliert trainiert werden sollten. D.h., wer die Arme trainieren möchte und einen schwachen Beinschlag hat, sollte mit einem Pullbuoy/Pullkick trainieren, um den Auftrieb im Unterkörperbereich sicherzustellen und den Fokus auf die Arme legen zu können. Umgekehrt bietet es sich an den Beinschlag mit Hilfe eines Pullkicks oder Schwimmbretts zu üben. Ihr habt einen Fehler, der nicht oben genannt wurde oder könnt euch nicht erklären, warum ihr keinen Vortrieb erzeugt? Schreibt mich gerne an oder kommt vorbei. Euer Personal Swim Coach Julian
Die besten Schwimmbrillen
Die besten Hilfsmittel fürs Schwimmtraining In meinen Personal Trainings werde ich immer wieder gefragt, welche Hilfsmittel bzw. Produkte ich besonders empfehlen kann. Tatsächlich habe ich festgestellt, dass Schwimmbrille nicht gleich Schwimmbrille ist, obwohl der Großteil des Marktangebots doch eigentlich keine erheblichen Unterschiede erkennen lässt. Es muss nicht immer das teure Markenprodukt sein, die Noname-Artikel erfüllen oftmals genau den gleichen Zweck ;) In meinen kommenden Blog-Beiträgen werde ich nach und nach Produkte vorstellen, die ich persönlich für sehr gut halte. Ich stehe mit keiner dieser Hersteller in Kontakt und kann daher ganz unabhängig berichten. Gerne gebe ich auch Rückmeldungen zu Produkten von dir, solltest du eine Frage haben. Die beste Schwimmbrille Fragt man einen Schwimmer, der schon von Kindesbeinen an das Kachelzählen beherrscht, der wird einem schnell mitteilen: Es gibt nur eine Schwimmbrille für Schwimmer: Die "Malmsten Schwedenbrille". Und tatsächlich: Wenn man sich umschaut, findet man auf allen Wettkämpfen jeglicher Art - sei es regionale oder internationale Meisterschaften, immer wieder die Schwedenbrille - in jeglicher Form und Farbe. Manche mögen Sie verspiegelt - im Hallenbad ist diese Funktion eher unnütz - manche mit auffälligen Gummis. Manchmal sind auch beide Gläser in unterschiedlicher Farbgebung. Wie dem auch sei - für knapp 3,-€ kann man kaum was falsch machen. Für denjenigen, der lieber eine Polsterung um die Augen hat, dem kann ich folgende Schwimmbrille wärmstens an Herz legen: Die "Zoggs Predator Flex". Meine Frau hat sie, und 95% meiner Kunden auch. Sie sitzt perfekt, drückt nicht und das für einen angenehmen Preis von knapp 20,-€. Was will man mehr?
Malmsten Schwedenbrille: Vorteile: spottbillig: ~ 3,-€ perfekt einstellbar auf den eigenen Schädel sieht einfach professionell aus mit und ohne Verspiegelung erhältlich
Nachteile: Gummibändern leiern aus - nach knapp einem Jahr benötigt man neue Gummis Man muss die Brille selbst zusammen bauen. Ist zwar nicht schwer, wer es aber noch nie selbst gemacht hat, der könnte sich "verschneiden" und die Brille somit unbrauchbar machen Für Triathlons ungeeignet. Ein Schlag auf die ungefederte Brille kann schmerzhafte Folgen haben

Zoggs Predator Flex: Vorteile: günstig: ~ 20,-€ perfekt einstellbar auf den eigenen Schädel Tolle Gummierung Große Gläser für eine gute Sicht mit und ohne Verspiegelung erhältlich auch für Triathlons geeignet wegen der guten Gummierung Nachteile: Bei unsachgemäßer Behandlung verkratzen die Gläser schnell bzw. schlagen schnell an
Schlusswort Natürlich ist hier jeder anders, und auch dir kann es passieren, dass du weder mit der Malmsten Schwedenbrille, noch mit der Zoggs Predator Flex zurecht kommst. Es ist halt ein bisschen wie mit Skistiefeln: Ob sie dir wirklich passen, merkst du erst auf der Piste. Ein Tipp: Frag doch mal deinen Händler, ob du eine bereits getragene Brille auch wieder umtauschen kannst. In meinem nächsten Eintrag werde ich mich mit dem Thema Paddles beschäftigen...
Das Training
Dass ein Training nur dann effektiv ist und Spaß macht, wenn ein Plan dahinter ist, steht wohl außer Frage. Und dass ein Trainingsplan nicht ausreicht um ein Ziel zu erreichen, sollte ebenso klar sein. Je nachdem welche Ziele man verfolgt, muss dahinter ein entsprechend an das Ziel angepasstes Konzept stehen. Ein Konzept, dass über einen längeren Zeitraum auf einen (oder ggf. auch auf mehrere) Punkt(e) – dem/den Saisonhöhepunkt(en) - hinarbeitet. Dass dies dem aktuellen deutschen Bundestrainer im Schwimmen – Henning Lambertz – nicht so gut gelungen ist, sieht man an den Ergebnissen bei den vergangenen olympischen Spielen in Rio 2016. Die Athleten haben ihre Saisonbestleistung leider oftmals in Wettkämpfen gebracht, die Wochen vor dem eigentlichen Saisonhöhepunkt lagen. Dies zeigt, dass vor allem die Dosierung und natürlich das eben angesprochene Timing in enger Abstimmung mit dem Athleten unabdingbar sind. Wer auf einen Triathlon oder Langstreckenwettkampf trainiert, dem bringt es natürlich auch nichts, wenn er im Training z.B. nur sprintet. Wobei sich die Experten einig sind, dass verschiedene Temporeize für jede Strecke – egal ob kurz oder lang - einen wichtigen Teil des Trainings darstellen sollten. Entscheidend ist daher, dass nicht nur der Saisonhöhepunkt im Fokus steht, sondern auch die individuellen Anforderungen des Athleten an das Training. Bei Gruppentrainings wie in Vereinen ist es sehr schwierig alle Bedürfnisse unter einen Hut zu bringen. Dennoch kann der Trainingsplan so gestaltet werden, dass er ein möglichst breites Spektrum an Trainingsreizen abdeckt und so quasi jeden anspricht, den einen Schwimmer an der einen Stelle mehr, den anderen Schwimmer an einer Stelle mehr. Und obwohl alle den gleichen Plan schwimmen, lässt sich das Training dennoch individuell gestalten, indem z.B. individuelle Pausenzeiten oder Abgangszeiten angegeben werden. Außerdem gibt es verschiedene Belastungszonen, welche sich u.a. an die max. Herzfrequenz richten. Bekannt sind die folgenden Belastungen GA1 = Grundlagenausdauer 1 = 65-75% Hfmax GA2 = Grundlagenausdauer 2 = 85-90% Hfmax WA = Wettkampfausdauer = 95% Hfmax Sprint = Vollgas = Hfmax Diese Belastungen sind individuell und beschreiben das Tempo, mit dem die Einheit/Serie geschwommen werden soll. Diese Belastungszonen können anhand verschiedener Tests ermittelt werden, auf die ich aber nicht näher eingehen möchte. Ein typisches Beispiel für eine Serie im Training ist die Intervallmethode. Ein kleines Beispiel: 8x 100m GA1, à 2:00 Dies bedeutet im Klartext, dass 8x 100m geschwommen werden müssen. Diese jeweils 100m sollen in einem bestimmten Tempo geschwommen werden, in diesem Falle dem eigenen GA1-Tempo. Dies kann bei 1:45 min liegen, aber ebenso auch bei 1:25 min. Der Abgang, d.h. der Zeitpunkt, zu dem wieder losgeschwommen werden muss, liegt bei 2:00min. Wer ein GA1-Tempo von 1:25 min schwimmen muss, muss zwar schneller schwimmen als der, dessen GA1-Tempo bei 1:45min liegt. Allerdings hat dieser Schwimmer (insofern er es schafft seine Zeit – 1:25 min – zu schwimmen) dann 35s Pause, bevor er wieder losschwimmen muss. Der 1:45 min-Schwimmer hat hingegen nur 15s Pause. Der Vorteil dieser Methode im Vergleich zur „klassischen“ Pausenmethode liegt auf der Hand: eine geregelte Trainingsorganisation und die Möglichkeit der individuellen Belastung - Die schnellen Schwimmer gehen vorne weg, die langsameren schwimmen hinterher. Außerdem ist es nicht nur wichtig, dass der Schwimmer sich an das unter Umständen unbekannte Wasser gewöhnt, sondern auch sein Herz-Kreislauf-System in Schwung bringt um mögliche Verletzungen durch zu hohe Anfangsbelastungen zu vermeiden. Daher wird dem eigentlichen Trainingsplan eigentlich immer das sog. „Einschwimmen“ vorgeschaltet. Auch am Ende, wenn der Trainingsplan fertig geschwommen ist, gibt es einen sog. CoolDown in Form eines kurzen, wenig belastenden Ausschwimmens. Der Hauptteil besteht (bei mir) hauptsächlich aus verschiedenen Belastungsreizen, immer verbunden mit einem wichtigen, intensiven Technikteil. Der Trainingsplan Ein recht einfach gestrickter Trainingsplan: Einschwimmen: 200m beliebiges Einschwimmen, kein Kraul! Hauptteil: 6x 400m, Pause 60s 1. GA1
2. Als 4x 100m progressiv, 5s gesteigert, letzter 100er Bestzeit +5-8s, Abgang 2:30 min
3. Technikübungen im 100m Wechsel Faust / normal im 25m Wechel Anker/hoher Ellbogen im Abschlagschwimmen Achseltippen "Wasserwerfen" 4. Kraul-Beinschlag 5. Armzug mit Paddles und Pullbuoy 6. 200m GA I-II, 200m GA II
Ausschwimmen: --------- 2.600m + Aus --------------------------------- Wenn du Interesse an individuellen Trainingsplänen oder Konzepten hast, dann melde dich gerne. Dein PersonalSwimCoach Julian
LEN European Aquatics Championships London 2016
Die Masters-EM ist vorbei. Es war großartig, auch wenn meine Zeiten ob der anstrengenden Reise und des vorangegangenen Sight-Seeings nicht optimal waren. Auch die Organisation des Events war wohl einhellig miserabel - aber wie soll man auch so viele Starts (24.000) besser koordinieren? Dennoch bin ich froh dabei gewesen zu sein und freue mich bereits aufs kommende Jahr. Ich weiß jetzt, dass ich noch intensiver trainieren muss und meine Technik an der ein oder anderen Stelle noch optimierungsbedürftig ist.
LEN European Aquatics Championships London 2016
Die Masters-EM ist vorbei. Es war großartig, auch wenn meine Zeiten ob der anstrengenden Reise und des vorangegangenen Sight-Seeings nicht optimal waren. Auch die Organisation des Events war wohl einhellig miserabel - aber wie soll man auch so viele Starts (24.000) besser koordinieren? Dennoch bin ich froh dabei gewesen zu sein und freue mich bereits aufs kommende Jahr. Ich weiß jetzt, dass ich noch intensiver trainieren muss und meine Technik an der ein oder anderen Stelle noch optimierungsbedürftig ist.
Videoanalyse - ein notwendiges Mittel zum besseren Schwimmstil
Fehler zu korrigieren ist schwieriger als etwas neu zu lernen Jedem Sprung ins „kalte Wasser“ steht eine Absicht vor, oder besser gesagt: Jeder hat sich ein persönliches Ziel gesetzt, das er/sie erreichen möchte. Sei es besser/ergonomischer schwimmen, schneller schwimmen, eine neue Schwimmtechnik lernen, gesund bleiben oder werden, Fett abbauen … Ich habe schon häufig erlebt, dass es viele bei der Absicht belassen und zwar ganz einfach auf der Tatsache begründet, dass sie nicht richtig schwimmen können oder nicht wissen, wie es geht. Den Faktor Zeit lasse ich an dieser Stelle genauso wenig gelten wie den Faktor Lust. Denn sind wir mal ehrlich – wer sich ein Ziel gesteckt hat, der kann dieses Ziel nicht mit Ausreden erreichen. Und eine halbe Stunde kann wirklich jeder in irgendeiner Form am Tag opfern, wobei “opfern“ in diesem Zusammenhang der völlig falsche Begriff ist. Man tut seinem Körper etwas Gutes und belastet ihn ganzheitlich beim Schwimmen: Von Kopf bis Fuß benötigt man beim Schwimmen eine Körperspannung, dazu kommen die Bewegungen in Beinen und Armen. Zusammen mit den physikalischen Eigenschaften von Wasser ergibt sich ein ideales Ganzkörpertraining, das auch noch die Gelenke schont! Mithilfe des Internets besser schwimmen? Schwierig! Heutzutage ist es leicht, mithilfe des Internets oder mithilfe von Fachliteratur einen schnellen, einfachen Trainingsplan und vielleicht die ein oder andere Technikübung zu finden. Grundsätzlich ist nichts dagegen einzuwenden, wenn jemand mithilfe dieser den ersten Schritt tut: Nämlich den inneren Schweinehund zu überwinden! Schließlich hat man ja einen Trainingsplan, und dieser suggeriert, man könne sein Ziel einfacher erreichen. Doch so einfach ist es freilich nicht, und genau das möchte ich mit diesem Blogeintrag heute erörtern: Mittlerweile blicke ich auf eine über achtjährige "Karriere" am Beckenrand zurück und es lässt sich erkennen, dass gewisse Technikfehler immer wieder auftreten und dies mit einer fast todsicheren Wahrscheinlichkeit. Teils gravierende Fehler sind so schlecht für einen ökonomischen Schwimmstil, dass ich mich oft wundere, dass diese Fehler überhaupt gemacht werden. Das Problem ist, dass man diese Fehler meist so "drin" hat, dass sie irgendwann nur noch schwer zu verlernen sind! Wer sich über Jahre hinweg einen falschen Stil bzw. die falsche Technik angewöhnt - oder besser automatisiert - hat, für den wird es deutlich anstrengender schnelle Fortschritte zu erzielen. Gerade diesen falschen Automatismus zu lockern bzw. zu beseitigen ist mitunter die größte Herausforderung, die sich einem Übungsleiter stellt. Dazu kommt, dass einzelne Fehler nicht einfach mit einer einzelnen, entsprechenden Korrektur beseitigt werden können. Schwimmen ist ein komplexer Ablauf von koordinierten Bewegungen, ein Zahnrädchen greift immer in ein anderes. Auch wenn einem das Internet quasi allgegenwärtig propagiert, dass eine Selbstkorrektur mithilfe weniger Technikübungen einfach möglich sei, so ist dies schlicht falsch! Sicherlich ist es nicht grundsätzlich verkehrt, sich gründlich zu informieren, nicht zuletzt um besser zu verstehen, warum welche Übungen wie helfen können. Aber sich vorzustellen, dass man sich richtig schwimmen völlig autonom beibringen kann, ist quasi unmöglich. Warum ist gerade am Anfang Hilfe nötig? Während man an Land seine Bewegungsausführung mit Hilfe der richtigen Bewegungsvorstellung noch relativ einfach, z.B. mit Hilfe von Spiegeln, überprüfen kann, ist das im Wasser deutlich schwieriger. Und da diese Kontrolle im Wasser nunmal deutlich schwieriger ist, schleichen sich Fehler ein, die sich automatisieren – völlig ungewollt. Darüber hinaus spielen noch weitere Faktoren eine wichtige Rolle bei der Selbstanalyse: Die richtige Bewegungsvorstellung Hast du eine Vorstellung von der idealen Bewegung wie aus dem Lehrbuch? Du siehst zwar, wie die Bewegung ausgeführt werden muss, doch hast du das auch im Wasser so präsent vor Augen? Das Verständnis für den Fehler Du weißt, dass du irgendwas falsch machst. Weißt Du denn sicher, welchen Fehler Du machst bzw. hast Du die richtige Bewegungsvorstellung? Es ist manchmal ein bisschen wie in der Medizin: Es gibt viele Krankheiten, die dieselben Symptome haben. Bloß weil du ständig außer Atem bist, heißt das noch lange nicht, dass dir Kondition fehlt. Du denkst, Dein Armzug ist verkehrt, weil du keinen Vortrieb erzeugst? Was aber, wenn dabei die Beine beim Schwimmen in Beckenbodennähe hängen? Die falsche Eigenwahrnehmung Die Eigenwahrnehmung ist schwierig im Wasser. Der verminderte Widerstand, der hydrodynamische Auftrieb, der veränderte Druck. Mit diesen ungewohnten, neuen Bedingungen umzugehen ist schon nicht leicht. Die gewohnten Bewegungsmuster auf das Element Wasser zu übertragen vielleicht noch eine Stufe härter. Aber dann auch noch sicher sein, dass man sein Bein entsprechend der Bewegungsvorstellung bewegt, ist sehr sehr schwierig. Die richtige Ausführung der Korrektur Ok, du weißt genau welchen Fehler du machst und welche Übung dir helfen kann? Das Video oder das Bild im Buch zeigt deutlich was zu tun ist! Nehmen wir mal an, das sei so und du hast ein gutes Gefühl für deinen Körper. Du sollst z.B. das Kniegelenk möglichst gestreckt lassen, oder deine Hand soll im 45° Winkel zur Wasseroberfläche eintauchen. Wie willst du sicher sein, dass du die Übung korrekt ausführst? Beobachten ist zwar möglich, aber doch nicht die ganzen 3km Trainingsplan... Das richtige Verständnis für die Übung Ist dir überhaupt klar, warum Übung X hilft um Fehler Y zu beseitigen? Wenn du das schon nicht verstehst, wie willst du überhaupt verstehen, warum und wie du den Fehler Y beseitigst? Wenn dir auch nur einer dieser Punkte bekannt vorkommt, besteht ganz klar die Gefahr, dass sich Fehler automatisieren – und hier sind wir bei der Überschrift: Fehler, die sich automatisiert haben, sind einfach ätzend und schwierig zu verlernen! Deshalb sind Trainingspläne aus dem Internet grundsätzlich noch keine schlechte Sache – doch nur dann, wenn man versteht warum man was schwimmen soll und vor allem wie man diese Pläne RICHTIG schwimmen muss.