Ein Erfahrungsbericht - Gastbeitrag

Liebe Leser,

 

ich freue mich sehr euch heute eine neue Kategorie vorstellen zu dürfen: Gastbeiträge, oder besser: Kundenbeiträge. Meine liebe Kundin Isa hat es sich nicht nehmen lassen für mich und für euch einen Beitrag zu schreiben, den sie mit euch teilen möchte. Gerne möchte sie, dass ihr die selben lebensverändernden Erfahrungen machen könnt und euch traut, euch zu melden, aber lest selbst...

Julian bleibt an Land

Alle sieben Jahre, so heißt es, gäbe es eine große Veränderung im Leben eines Menschen. 2010 kam ich aus Kiel nach München. Für 2017 hatte ich mir etwas sehr viel Schwierigeres als einen großen Umzug vorgenommen. Und ich scheiterte…zunächst. Ich brauchte Hilfe. Am 24. April überwand ich endlich meine Scham und schrieb folgende Nachricht an Julian:

 

„Lieber Julian, gerade habe ich deine Webseite entdeckt. Wirklich ansprechend. Mein Name ist Isa Horn. Ich bin Krankenschwester (im Schichtdienst), 48 Jahre alt und ich wiege viel zu viel. Gerne möchte ich jetzt endlich meinen überflüssigen Pfunden mit Schwimmen zu Leibe rücken. Mein Schwimmstil ist grauenvoll. Angst vor Wasser habe ich jedoch nicht. Hast du noch Termine frei (erst mal für eine Schnupperstunde, falls wir uns nicht leiden können)?“

 

Julian antwortete schon am nächsten Tag. Unsere Schnupperstunde fand am 09. Mai 2017 statt. Ob ich nervös war? Ich, die trotz erheblichen Übergewichts stets selbstbewusst auftretende, redefreudige, lebhafte Isa? Und ob ich nervös war. Würde Julian Tiffert wirklich so freundlich und sozial kompetent sein, wie seine Homepage, seine Text-Nachrichten und ein Telefonat mit ihm mich hoffen ließen? Oder würde dieser super sportliche junge Mann mich nur kurz ansehen und dann mitleidig mit dem Kopf schütteln? Sehr schnell wurde klar, dass Julian genau der Mensch war, auf den ich gehofft hatte. Mein Unbehagen verschwand rasch. Wir begannen mit regelmäßigem gemeinsamem Training. Zusätzlich trainierte ich alleine mehrmals pro Woche mit Hilfe von Julians Trainingsplänen. Ich entwickelte, zum ersten Mal in meinem Leben, richtigen Spaß an einer Sportart! Das motivierte mich zusätzlich, mein Essverhalten zu verändern. Und endlich, endlich begann ich, Gewicht zu verlieren. Wie viel mehr Freude mir das Schwimmen jetzt macht mit der richtigen Technik! Früher hatte ich nach mühsamen hundert Metern „Brustschwimmen“ (zumindest hielt ich es für Brustschwimmen…) die Nase voll von körperlicher Betätigung. Heute kann ich 1500 Meter (und mehr) schwimmen und danach noch zügig eine Stunde mit 5 % Steigung auf dem Laufband walken! Ja, ja…für viele Menschen ist das gar nichts Besonderes! Für mich ist das wie ein Wunder! Nicht nur die extreme Verbesserung meiner Fitness macht Spaß. Die Trainingstermine mit dem Herrn Tiffert sind in der Regel mit viel Gelächter verbunden. Man kann sich sehr an ihn gewöhnen. Viele seiner Eigenarten sind mir schon ganz vertraut. Seine Angewohnheit (nach einer seiner ausführlichen Erläuterungen oder Analysen), immer in dem Moment, wenn ich mich bereits vom Beckenrand abstoßen und losschwimmen will, noch schnell irgendeine Anweisung oder einen Scherz anzufügen, hat mich schon oft zum Lachen gebracht. Ich bremse dann irgendwie automatisch und muss von vorne anfangen. Die Art, wie Julian am Beckenrand neben einem herläuft ist auch so typisch. Vorgebeugter Oberkörper, Armhaltung wie ein Tyrannosaurus, konzentrierter Blick auf jede Bewegung seiner Schülerin bzw. seines Schülers. Manchmal, sehr wahrscheinlich, um in mir die beruhigende Illusion zu erzeugen, dass er gar nicht so genau guckt, steht er lässig an einen Pfeiler neben dem Pool gelehnt, die Arme vor dem Körper verschränkt. Irgendwie muss ich dann immer an Lucky Luke denken. Aber der Julian raucht ja nicht. Und einen Grashalm hat er auch nie im Mund, zumindest nicht bei der Arbeit. Am aller vertrautesten müssen jedem Kunden Julians Knie sein. Stunde um Stunde redet er mit uns. Wir Schwimmer im Pool stehend oder plantschend, den Blick aufmerksam nach oben gerichtet. Der Herr Trainer am Beckenrand hockend, die Ellenbogen auf den Knien, die Hände ineinander verschränkt, die Daumen umeinander drehend, den Kopf nachdenklich hin und her wiegend. Du guckst immer auf seine Knie. Ich könnte ihn vermutlich daran identifizieren. „Hoffentlich kriegt er keine Gonarthrose von all dem Rumgehocke“ denke ich oft besorgt. Die Krankenschwester in mir ist auch beim Training immer dabei. So ist also das Schwimmen mit Julian. Julian bleibt an Land. Wäre er nicht - in unserer dritten Stunde - dieses eine denkwürdige Mal (auf meine dringende Bitte hin) in den Pool gestiegen und eine unglaubliche Bahn gekrault…..ich würde heute noch denken, dass Julian selber vielleicht gar nicht schwimmen kann….

 

Isa Horn (Krankenschwester, 49 Jahre)